ZUHAUSE+UNTERWEGS: Guido Maria Kretschmer im Interview für OTTO auf der IMM Cologne

Im Rahmen der IMM Cologne, der internationalen Möbelmesse, hatte ich letzte Woche das Vergnügen, für OTTO ein exklusives Interview mit Guido Maria Kretschmer zu seiner Home & Living Kollektion von OTTO zu führen.

On my way zu Guido – don´t stop me Sturm Frederike

Ich habe noch nicht alle Fotos vom Fotografen, daher ist auch schon mal ein nicht so gutes Handybild dabei. Aber egal, der Beitrag muss raus, denn nur dieses Wochenende gibt es einen 20 Prozent Rabattcode für Euch. Siehe weiter unten.

Auch wenn die Anreise nach Köln sehr abenteuerlich war, Sturm Frederike meinen Zug in Frankfurt nicht weiterfahren lies und ich mich kurzerhand einer Taxigemeinschaft der gestrandeten Bahnfahrer nach Köln angeschlossen habe, hat mich nichts und niemand aufgehalten, den so sympathischen Guido Maria Kretschmer endlich am OTTO Tour Bus auf der Messe zu treffen.

Auf der Fahrt nach Köln (als der Zug noch rollte) habe ich Euch in den Instastorys erzählt, wen ich treffen werde und ob ich Fragen von Euch mitnehmen soll, die ich GMK stellen soll.

Ich sag mal so. Das was dann folgte, hat Sturm Frederike aber gleich zweimal in den Schatten gestellt. Ich dachte, mein Insta Account gibt den Geist auf, denn ich habe noch nie so viel Herzchen und „ahhh, der ist so nett“ und „drück ihn mal von mir“ in geschriebener Form gesehen wie an dem Tag und den folgenden. Alle waren (sind!) so Guido-verliebt. Was man absolut seiner authentischen, lieben und witzigen Art zuschreiben kann. Und was ich besonders mag: Man merkt ihm seine Leidenschaft an, wofür er brennt.

Guido Maria Kretschmer OTTO Home & Living

Als ich den Tour Bus zum Interview betreten habe und Guido mich zur Begrüßung gedrückt hat, dachte ich, ich schmelze wie Schokolade. Boar, ist der Typ nett! Nett ist gar kein Ausdruck. Zucker! Nervosität gleich null, weil Guido einem jedes Gefühl von „fremdeln“ sofort nimmt und mindestens genauso gerne redet wie ich ;-).

Guido erklärt mir, dass er sich das immer gewünscht hat, dass er nicht so eine „Fernsehperson“ wird, sondern dass er nahbar ist und die Leute denken, wenn sie ihn sehen: „Ach der Guido, da isser ja“.

Nach einem Gruß für Euch per Instastory habe ich Guido einen Mix aus Euren und meinen Fragen gestellt und ich wusste sofort nach der Beantwortung der ersten Frage, dass ich nicht auch nur 3 meiner/ unserer Fragen durch bekomme. Guido nimmt sich so viel Zeit für die Beantwortung und kann Dinge so schön formulieren, dass ich Not hatte, mich nicht auf die Couch zu legen, Gummibärchen zu futtern und nur noch zu lauschen. Das war wie Fernsehschauen, nur zum Anfassen.

Guido erklärt mir, dass Nähen etwas sehr wichtiges in seinem Leben ist und schon immer eine Rolle gespielt hat. Er denkt dabei immer an die Menschen, für die er ein Kleidungsstück fertigt. An Freunde, Verwandte oder Mitarbeiter, bei denen er denkt, ah ja, die könnte jetzt so ein Kleidungsstück tragen und dass es genau diese Verbindung zum Menschen braucht, damit Design funktionieren kann. “Design ist nur gut, wenn es für Menschen gemacht ist”.

Haltung?! Ehemalige Klosterschülerin halt  :-)

Genauso ist es mit der Home & Living Kollektion für OTTO. Laut Guido ist Möbel designen sogar noch eine höhere Verantwortung als Mode designen. “Man muss auf Möbeln lange sitzen können. Es muss eine gute Qualität sein, da es für viele Menschen eine einmalige Anschaffung ist, die lange bleibt”.

Guido erklärt, dass er sich sogar ärgern würde, wenn die Leute etwas bestellen, was dann nicht gefällt. Deshalb ist er mit seiner Möbelkollektion bei OTTO auch so erfolgreich und es gibt kaum einen Umtausch, weil alles bequem ist und die Leute haben diesen positiven Moment: „das passt zu mir, das ist gute Qualität und hurra, jetzt ist das Möbelstück endlich da“.

Im Vorfeld habe ich online in der GMK OTTO Home & Living Kollektion gestöbert und mir überlegt, woran mein Herz hängen würde und was ich mir kaufen würde und das war eigentlich direkt klar und Liebe auf den ersten Blick. 3 Beistelltische als Set in schwarz, die mich sofort an Quallen erinnert haben und die ich mir sehr gut bei mir Zuhause vorstellen kann.

 

Guido erklärte mir, dass es auch seine Lieblingsstücke sind und die Idee dahinter war, etwas Organisches zu machen, was schon fast ein wenig Kunst ist.

Und, by the way, wurde meine Frage, ob die Tische auch gut und nicht wackelig stehen, mit: „Die Stehen sogar sehr gut, ich liebe die Tische so sehr. Sie sind zwar nicht gemacht, um da hunderttausend Sachen drauf zu stellen, aber sie sind so skulptural. Ich finde, Einrichten muss praktisch sein, es braucht aber auch Momente, die wie Still-life sind, wie Organic, die ins Haus gewandert sind. Daher passt der Vergleich mit den Quallen sehr gut.“ Wisst Ihr Bescheid.

Orientierst Du Dich an Trends? Ist das wichtig für Dich oder wie designst Du Möbel? In der Kollektion habe ich auch einen Marokkanisch angehauchten Teppich gesehen.

Oh ja ich liebe den Teppich Amsterdam. Ich habe den Teppich im Esszimmer unter schwarzen Kolonialmöbel liegen und habe ihn jetzt an Weihnachten gleich dreimal verschenkt, weil er sich super kombinieren lässt. Unter anderem an meinen Kameramann, der schon ewig nach einem Teppich gesucht hat. Natürlich überlege ich auch immer, dass ich im Zeitgeist bleibe, sonst würde man als Designer auch keinen Erfolg haben.

Ich bin froh, dass es gerade Trends gibt, die wieder zurück finden. Dass Holz wieder da ist, dass Samt da ist. Samt ist ein Königsmaterial, was so delikat ist. Und dass Tweed wieder da ist. Da ist dann wieder die Verbindung da zu der Mode, die ich designe. Und für OTTO mache ich eben beides, auch Tapeten. Ich kann vieles aus einer Hand machen.

Ich finde es schön, wenn man nicht alles zu unruhig gestaltet, auch für Kinder, wenn sie in so einer schönen Struktur aufwachsen. Dass nicht die 180zigste Vase da steht. (Anmerkung an mich, unbedingt diesen Spruch an den Kühlschrank hängen: Keine 180 VASEN!)

Ich kann mich erinnern, als ich Kind war und meine Mutter stellte eine neue Vase hin, dann habe ich das sofort bemerkt, weil es eben nicht überladen war.

 

Von Silke von Sharelookhomes wurde gefragt, ob sich der Schleifentrend auch im Interiorbereich durchsetzt.

Ich glaube, das Schleifen immer bleiben. Denn eine Schleife binden ist die erste Verbindung von Menschen gewesen. Eine Verbindung von zwei Enden in eine schöne Form zu packen, das ist die Idee der Schleife. Die beiden Schleifen führen eben auch wie ein Herz zusammen. Die Sehnsucht der Menschen, etwas schön zu machen, etwas hübsch zu gestalten, gilt auch im Interiordesign. Genau wie in der Mode. Ich glaube nicht, dass sich dieser Trend so massiv durchsetzen wird, aber gerade im Landhausbereich für Kissen unbedingt. Und wenn ich manchmal hübsche Hussen aus schönem Leinen nähe, dann mache ich diese auch ganz oft mit Schleifen zu.

Aber die Schleife ist ja auch für Kinder sehr wichtig, wenn sie zum ersten Mal den Schritt ins Erwachsenenleben machen, genauso toll, wie die Uhr lesen zu können. Deshalb würde ich sagen, dass Schleifen mehr sind als nur etwas niedliches zum Dekorieren, sondern ich würde fast sagen, ein Teil unserer Sozialisierung“ (Ist das keine schöne Antwort.)

Gibt es eine Interior Sünde bei Dir?

Sünde. Nein, Sünde wäre zu viel. Denn Sünde ist etwas, was nicht gut ist. Sobald ich lesen konnte, habe ich mich schon für schöne Sachen interessiert und wusste, was Wiener Werkstätten sind und und und. Aber Sünde, nein nicht wirklich. Wenn man meine Mutter fragen würde, die würde sagen, der Guido hat uns gerettet. Weil ich meinen Eltern schon als Kind das Wohnzimmer ins Esszimmer umgeräumt habe. Als 8-jähriger habe ich Rollen bekommen, damit ich mir den Rücken nicht zerstöre, um die Möbel hin und her zu schieben.

Wenn ich nach Hause kam, habe ich immer erstmal alles schön gemacht. Ich bin so pingelig in meiner Welt. Ich habe schon als Kind, das Bad gebaut, mein Zimmer gebaut und ich hatte auch als erstes von uns Kindern ein eigenes Zimmer, weil meine Eltern gemerkt haben, das geht gar nicht anders. Ich habe mir schon mit 14 ein eigenes Auto gekauft und habe da Nachmittage drin gesessen, dekoriert, Bezüge genäht und alles fertig gemacht. Dann mit 18 hatte ich sogar schon mein zweites Auto, dass ich eingerichtet habe, obwohl ich noch gar nicht Auto fahren konnte.

Ich bin auch sehr wohnaffin. Sehr eng mit meinen Möbeln und meiner Kunst. Und obwohl ich sehr viele Räume habe, weiß ich bei jedem Teil, wo es ist. (Anmerkung, Respekt! Ich nicht! Ich suche immer noch meine Dekotannenbäume von 2016).

Deswegen, Sünde ist bei mir für Interior das falsche Wort. Ich habe mit Sicherheit mal Sachen bereut, aber bei Einrichtung habe ich das nie gehabt. Ich empfinde mich selbst als durchlaufenden Posten. Ich weiß, wenn ich nicht mehr da bin, dann möchte ich, dass so Sachen wie Kunst, weitergegeben werden.

Viele möchten wissen, ob es Shopping Queen nicht auch mal im Interior Bereich geben könnte.

„Das ist eine sehr schöne Idee. Ein einziges Problem, das man mit einem bestimmten Budget, so schnell so viel einrichten muss. (Anmerkung Veto!!!). Umstylen könnte man zwar schnell machen mit Deko. Aber Einrichten heißt für mich, dass es nicht an der Wand aufhören würde. Aber es ist eine schöne Idee. Bei Klamotte ist es aber noch einen Moment intimer, weil ich schneller aufmachen muss. Mode ist die Haut der Seele. Da sieht man das Mädchen, deren Busen raus quillt. Das ist so menschlich und deshalb ist Mode so unmittelbar und das schafft ein Sofa nicht ganz. Aber ein Umstyling, das kann man machen. Alle haben die gleichen Voraussetzungen und  man entscheidet dann, ist das gut oder nicht.“

Wie Ihr Euch denken könnt, hätte ich noch Stunden weiter reden können, vor allem, weil ich nicht annähernd alle Fragen stellen konnte. Zum Schluß ist zu sagen, dass ich OTTO danke, für dieses wunderbare Interview und diesen wunderbaren Moment mit einem so sympathischen Menschen.

Guido passt perfekt in die OTTO Familie und in dieses Traditionsunternehmen, wie er selbst auf der anschließenden Standparty auf der Messe sagte. Dem kann ich nur zustimmen. Ich würd den Guido nicht mehr hergeben!

Und wie oben schon erwähnt könnt Ihr noch heute und morgen (27.01.18 – 28.01.18) von 20 Prozent Rabatt auf Wohnen bei OTTO profitieren. Einfach den Rabattcode 13801 eingeben und bares Geld sparen bei Artikeln aus dem Sortiment Möbel und Heimtextilien.

(Gilt ausschließlich für Möbel sowie Haus- und Heimtextilien. Gilt nicht für die Marken Stressless, set one by Musterring, Gallery M, now by Hülsta und Hülsta Sofa.)

Dieser Beitrag wurde in Kooperation mit OTTO erstellt.
Vielen Dank dafür, Nina, Carina und Insen!

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8 Kommentare

  1. Pingback: IMM Cologne: Guido Maria Kretschmer präsentiert seine Living-Kollektion

  2. Danke für den Ranatt. Hab gerade Handtücher und einen Beistelltisch gekauft und mich echt gefreut. Danke!

    Und ich bin ein Fan von Dir daher hab ich auch schon alles in Instagram verfolgt.

    Alles Gute Josephina

  3. Evi von 1000 gute Gründe

    Klasse. Ich hab es gestern auch schon in der Story gesagt und bin jetzt Wiederholungstäter und lese jetzt mit meiner Tochter noch mal im Bett. Toll, dass Du die Chance hattes.

    Liebste Grüße
    Evi

  4. Liebe Susanne,

    was für ein schöner Artikel. Ich war schon live bei Deiner Story dabei.

    Darf ich mal fragen, wo Deine Hose auf dem Bild mit Guido auf Instagram und hier her ist.

    VG,
    Johanna

  5. Liebe Susanne,

    ich musste den Artikel noch mal lesen. So toll. Ich hatte gestern schon in den Storys gefragt, bis wann der Gutschein heute Abend gilt, aber vielleicht gab es so viel Resonanz, dass Du noch nicht antworten konntest.
    Ich komme erst heute Abend spät zurück.

    Liebe Sonntagsfrüsse,
    Claire

  6. Es ist ein sehr schönes Interview. Gut zu lesen und so liebevoll geschrieben, das ich mir bildlich vorstellen kann, wie alles abgelaufen ist. Die Fahrt nach Köln usw.
    Und ich stimme Dir zu, es ist schade das Du nicht noch mehr fragen hättest stellen können, es war so schön zu lesen, das ich gerne mehr gelesen hätte. Danke.
    Liebe Grüße

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