FOOD: ÜBER MEIN ERSTES FONDANT ERLEBNIS UND EINE KLITZEKLEINE EHEKRISE

Ja ja. Ein Poserbild gleich zu Anfang ist nur Schein und weniger Sein. Denn wenn der Ehrgeiz mit einem durch geht, dann schreibt man danach über sein erstes Fondanterlebnis wahrscheinlich so wie ich jetzt.

 

Seit langem drücke ich mir die Nase platt an den wunderschönen Fondant Torten, die die Instagramer so posten. Und ebenso lange reift das Vorhaben in mir: mache ich auch mal. Und zwar genauso. Das mit dem „genauso“ ist so eine Sache …

Erst einmal habe ich mich mit jeder Menge Utensilien eingedeckt, die man so braucht und halbherzig irgendwelche Tipps, wie man Fondant bearbeitet, überflogen. (Merke: großer Fehler!).

An einem Samstagabend war es dann so weit. Kein guter Film im Fernsehen und wir hatten auch sonst mal nichts vor und ich sage zu meinem Mann: Dann mache ich mal eben zwei Kuchen um sie mit Fondant zu verzieren und dann machen wir es uns gemütlich. Ich glaube, würde ich das heute noch mal sagen, dann würde ich ganz schnell die Haustüre hören und mein Mann wäre verschwunden.

Man muss noch erwähnen, ich koche wahnsinnig gerne, bin aber erst seit ungefähr zwei Jahren von der Liga der Kuchenbackmischung auf die Liga der Kuchen und Torten mit kompliziertem Rezept umgestiegen. Zudem bin ich eher der Freestyler beim Kochen und habe das Glück, dass das beim Essen bisher auch immer gut gelungen ist … beim Backen aber kann die nicht genaue Abmessung der Zutaten ja fatale Folgen haben.

Es sei gesagt, die Kuchen sind ganz gut gelungen. Der zweite Teil gestaltete sich als schwierig, wenn nicht nervenaufreibend.

Als ich irgendwann an diesem Abend nach der Abkühlung der Kuchen mit dem zweiten Teil, dem Fondantteil beginnen wollte, war ich 1,5 Stunden in der Küche verschwunden und als ich heraus kam, sah mein Mann mich hoffnungsvoll an und sagte: soll ich gucken kommen? Ist Dein Oster Sweet Table fertig? Ich spare mir jetzt den Teil, in dem ich wütend mit Tränen kämpfend geantwortet habe, und musste nur auf zwei bröckelige Klumpen in weiß und pink verweisen. Ja, ich hätte lesen sollen, dass man Wasser zum glatt streichen besser aus dem Spiel lassen sollte und lieber Palminfett verwenden soll … hatte ich aber nicht. ;-)

Netterweise hat mein Mann mir daraufhin Ausrollhilfe angeboten (… mal eben schnell). Ich weiss nicht wie lange wir beide damit verbracht haben, aber aus dem TV konnte man schon die 0190er Werbungen hören. Insgesamt sechs Versuche, drei pro Kuchen, gab es, dass Fondant glatt und ohne Brüche (und ohne Kuchenbrösel) über die Kuchen zu ziehen. Mit jedem Versuch wurde auch der Ton von liebevoll bis zu pampig strapaziert und am Schluß haben wir beide kein Wort mehr miteinander geredet.

Um 3.30 Uhr nachts standen zwei Kuchen vor uns, die man im Leben nicht von Nahem fotografieren konnte, die hinten Risse hatten und der halbe Kuchen raus hing, die aber von vorne ganz „ok“ aussahen … und mit ein wenig Retouchieren kann sich zumindest die Idee, die hinter dem Oster Sweet Table stand, ein wenig sehen lassen. Et voilá. Ein wahres Sprichwort, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich übe weiter. ;-)

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Alles Liebe,
Susanne

PS: Und all diejenigen, die gleich Glück mit Fondant hatten: sagt es mir bitte nicht. ;-) ;-)

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